Warum eine Musterdepot für Aktien hilfreich sein kann

Ein Musterdepot erleichtert Börsenneulingen den Einstieg in den Handel mit Aktien. Der Anleger kann seine ersten Trades ohne Risiko abwickeln. Und auch Erfahrene Trader können Muster- und Demodepots nutzen um neue Strategien ausprobieren.

Per Musterdepot den Markt lernen
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Was ist ein Musterdepot?

Die Börse kann für Neulinge sehr verwirrend sein. In der Schule wird kaum über Aktien und Co. gesprochen. Der Kauf von Wertpapieren steht nicht auf dem Lehrplan. Deshalb müssen Sie sich das Wissen selbstständig erarbeiten. Bei Hobbys wie der Fotografie ist das kein Problem. Ein verschwommenes Bild können Sie gleich wieder löschen. Anders sieht es bei einem falschen Aktienkauf aus.

Neben den Ordergebühren haben Sie die Verluste zu tragen. So kostet eine Transaktion in Höhe von 1.000 Euro ungefähr 10 Euro an Gebühren. Insgesamt (Kauf und Verkauf) fallen 20 Euro an. Liegen die Kursverluste bei 15 %, hätte Sie dieser Fehltrade 170 Euro gekostet.

Musterdepots bilden den Handel mit Aktien an der Börse spielerisch nach. Die Transaktionen werden nur mit Spielgeld ausgeführt. An der realen Börse findet kein Kauf oder Verkauf statt. Es sind keine Verluste möglich. Treiben Sie das Depot in die roten Zahlen, ist das nicht weiter schlimm. In der Regel lassen sich Demokonto wieder auf den Startwert setzen. So können Anfänger die grundlegenden Prozesse erlernen.

Vorteile eines Demokontos

Der Anleger handelt beim Anlegen der Aktien mit Spielgeld. Das komplette Musterdepot lässt sich kostenfrei nutzen. Für die Transaktionen fallen keine Gebühren an. Es gibt keine Zahlungsverpflichtungen. Ein Verlust bleibt nur auf dem Papier hängen. Setzen Sie das Demokonto wieder auf Null, sind auch die alten Trades gelöscht.

Neulinge wissen nicht, wie eine Transaktion abläuft. Das Musterdepot hilft Ihnen beim Lernprozess. Ein Beispiel ist die sogenannte Wertpapierkennnummer (WKN). Jede Aktie besitzt eine WKN, anhand der sie sich finden lässt. In einem realen Depot müssen Sie sich mit solchen Begrifflichkeiten auskennen. Sonst geht bei einer guten Chance zu viel Zeit verloren. Mit einem Demokonto können Sie den Kauf- und Verkaufsprozess spielend erlernen. Wer vorher noch nie gehandelt hat, trägt vielleicht falsche Daten ein. Es wäre sehr ärgerlich, wenn Sie statt 1.000 nur 100 Aktien kaufen. Haben Sie den Ablauf mehrmals geübt, wird das Ihnen nicht passieren.

In der Regel ist das komplette Börsenuniversum handelbar. So lässt sich ein Depot aus Aktien, ETFs, Fonds und Zertifikaten zusammenstellen. Zudem können Sie eine Strategie langfristig ausprobieren. Es gibt keine zeitliche Begrenzung bezüglich der Haltedauer. Fühlen Sie sich ausreichend geschult, können Sie mit einem realen Depot durchstarten.

Gibt es auch Nachteile?

Ein Musterdepot wird von zahlreichen Brokern angeboten. Es steht parallel zum normalen Depot zur Verfügung. Das ist sehr praktisch, um sich mit einem Anbieter vertraut zu machen.

Der Funktionsumfang es Musterdepots kann eingeschränkt sein:

  • Der Aktienkauf läuft anders als in der Realität ab
  • Einige Schritte wie die Eingabe der Geheimzahl fehlen
  • Nicht alle Musterdepots sind vom Design wie das Echtgeldkonto aufgebaut
  • Manchmal wird auf Handelsgebühren verzichtet

Das Musterdepot erfordert ein gewisses Maß an Disziplin. Als Anleger sollten Sie es nicht nach jedem Fehltrade zurücksetzen. In der Realität ist ein Reset des Kontostands ebenfalls ausgeschlossen. Einige Händler gehen ein Musterkonto deutlich offensiver an. Es werden Aktien gekauft, die normal nie im Depot gelandet wären. Um möglichst viel aus dieser Übung zu lernen, sollten Sie Ihre künftige Strategie 1:1 handeln.

Ein Spielgeldkonto kann nicht den späteren Nervenkitzel ersetzen. Steht eine Position über 500 Euro im Minus, nagt das stark an der Psyche. Dieses Gefühl lässt sich nicht im Musterdepot simulieren. Den Umgang mit solchen Situationen müssen Sie im Echtgeldhandel erlernen.

Tipp: Börsenspiele und Social Trading

In regelmäßigen Abständen finden Börsenspiele statt. Vielleicht kennen Sie das Planspiel Börse der Kreissparkassen. Die Trading Masters gelten als wichtigster Wettbewerb in Deutschland. Bei diesen Veranstaltungen herrscht ein gewisser Druck. Schließlich möchte jeder Teilnehmer die attraktiven Preise gewinnen! Diese Situation ist schon eher mit dem realen Börsenhandel zu vergleichen, da es um etwas geht.

Zudem gibt es mittelweile verschiedene Online-Dienste. Die Anbieter bieten sogenanntest  Social Trading and. Der Clou dabei: Andere Anleger dürfen die Trades auf Ihrem Demokonto live verfolgen. Wenn Sie möchten, können Sie Ihr Portfolio investierbar machen. Nun steht es als echtes Zertifikat zum Börsenhandel offen. Gewinnen Sie 10 % im Musterdepot, steigt auch das Zertifikat um 10 %. Trades lassen sich nicht mehr rückgängig machen.

Neben einem normalen Musterdepot ist die Teilnahme an Börsenspielen zu empfehlen. Social Trading eignet sich für fortgeschrittene Anleger, die ihre Idee mit anderen Händlern teilen möchten.

Fazit: Cleverer Einstieg in den Aktienhandel

Ein Musterdepot ist immer eine gute Idee. Wer sich noch kaum mit Aktien auskennt, kann erste Erfahrungen sammeln. Die ersten Trades laufen völlig risikofrei ab. Zudem eignet sich das Demokonto zum Austesten von neuen Strategien. Parallel können Sie sich bei einem Börsenspiel oder fürs Social Trading anmelden.

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