Online Aktiendepot für Einsteiger

Einsteiger mit Aktiendepot
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Die richtige Wahl des Aktiendepots ist eine wichtige Entscheidung – gerade als Einsteiger. Sie entschließen sich oftmals für einen Anbieter, der die eigenen Ansprüche nicht erfüllt. Wir helfen Ihnen bei der Suche nach dem passenden Depot.

Depotkonto: Funktionen und Leistungen

In den letzten Jahren sind die Zinsen dank der EZB-Geldpolitik dramatisch gesunken. Sie befinden sich auf einem Rekordniveau und werden es wohl auch bleiben. Daher schauen sich Verbraucher nach einer alternativen Geldanlage um, die häufig im Aktienhandel gefunden wird. So kann ein Anleger von Kursgewinnen und Dividenden profitieren.

Und genau das ist der Anspruch vieler Einsteiger:

Aktien sind eine sinnvolle Alternative zum quasi renditelosen Sparbuch.

Auf diesen Grundsatz sollte das Online Aktiendepot des neuen Börsianers ausgerichtet sein. Orientieren Sie sich an folgenden Funktionen und Möglichkeiten bei der Wahl des Depotkontos:

1. Bequeme Handelsplattform

Als Anfänger muss man sich erst im Börsendschungel zurechtfinden. Eine Aktiendepot mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche ist ein klarer Pluspunkt, da sie den Handel besonders für Anfänger deutlich erleichtert. Dabei sollten sich alle Funktionen von selber erklären, also wo man Aktien sucht und Käufe durchführen kann. Viele Aktiendepots sind kompliziert gestaltet und das ist nichts für den Einsteiger. Am Anfang haben Sie es auch so schon schwer genug. Da bleibt wenig Zeit oder Geduld, sich mit der Plattform zu ärgern.

2. Sinnvolle Ordertypen

Manche Banken werben für Aktiendepots mit erweiterten Funktionen. Einen Großteil davon brauchen Sie nicht, da Sie erstmals die Mechanismen der Börse erlernen müssen. Dennoch sollten folgende Handelstypen und Optionen zur Verfügung stehen:

  • Auswahl der Börse
  • Limit
  • Stop-Loss-Limit
  • Trailing Abstand
  • Gültigkeit der Order

3. Demokonto zum Ausprobieren

Wer sich nicht mit Aktien auskennt, muss zuerst ein Grundwissen aufbauen. Mit einem Demokonto oder Musterdepot können Sie das komplett ohne Risiko machen. So können Sie neue Strategien austesten und das Wissen erweitern. In der Regel braucht es zwei oder drei Monate, um mit dem Echtgeldhandel zu beginnen. Bis dahin haben Sie einige „Papierkäufe“ durchgeführt und wissen genau, wie die Handelsplattform funktioniert. Sie sind mit der Technik bestens vertraut. Daneben haben Sie einen klaren Plan entwickelt, den Sie nun vom Demokonto ins reale Aktiendepot übertragen möchten.

4. Kundennähe

Als Einsteiger hat man viele offene Fragen, für die es einen Ansprechpartner benötigt. Bietet der Broker einen solchen Service an, ist das äußerst praktisch. Darüber hinaus sind Seminare oder Webinare eine hilfreiche Leistung. Häufig sind sie kostenlos im Angebot enthalten und man kann den Referenten direkt Fragen stellen. Ein paar nützliche Hilfsvideos runden die Dienstleistung ab.

Wenn Sie eine vorgegebene Strategie verfolgen, können Sie auf solche Leistungen verzichten.

Kostenstruktur eines Aktiendepots

Ein Anfänger hat andere Ansprüche als der Profi-Trader. Er möchte experimentieren und die Gebühren möglichst gering halten. Das gilt auch für Experten, doch sie sind eher bereit, viel Geld für Extraleistungen auszugeben. Ein Einsteiger kann auf diese Leistungen verzichten und sollte sein Geld eher in ein gutes Aktienbuch investieren.

Basiskosten

Die Bank sollte keine Grundgebühr verlangen, was auch für die Kontoführung gilt. Es werden keine monatlichen Kosten erhoben und das Aktiendepot bleibt in 5 Jahren gebührenlos. Von temporär kostenfreien Angeboten ist abzuraten, da man sonst langfristig draufzahlt. Eine Inaktivitätsgebühr ist nicht weiter schlimm, wenn Sie aktiv handeln möchten. Im Normalfall müssen Sie erst nach 2 Jahren eine solche Gebühr bezahlen und bis dahin können Sie das Depot kündigen.

Ordergebühren

Versuchen Sie ein günstiges Online-Depot zu finden, der bei Beträgen von unter 2.000 Euro keine Unsummen verlangt. Als Neuling tendiert man anfangs eher zu kleinen Aktienpaketen. Free-Trades sind eine gute Sache, um sich am Börsenhandel zu üben. So können Sie ohne Provisionen ein paar Käufe tätigen und das theoretische Wissen in die Praxis umsetzen. Darüber hinaus sollten Änderungen oder Streichungen von Orders komplett kostenlos sein.

sonstige Kosten

Als Einsteiger an der Börse, brauchen Sie keine weltweiten Realtime-Kurse. Für den Anfang reicht Deutschland aus, eventuell auch ein Datenpaket der USA – falls Sie lieber amerikanische Wertpapiere handeln möchten. Hier sollten Sie die Kosten für Auslandsorders in Erfahrung bringen. Manche Broker verlangen mehr als das 4-Fache für solche Transaktionen! Auf ein teures Chartprogramm können Sie ebenfalls verzichten.

Tipp: Damit Ihr Kapital bei inaktiven Handelsphasen eine Rendite abwirft, ist ein Online Aktiendepot mit hohen Zinsen aufs Tagesgeld zu empfehlen.

Sicherheit beim Aktienhandel

Trader vor Skyline
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Bereits bei der Eröffnung eines Aktiendepots gelten strenge Regeln: Für die Anmeldung müssen Sie alle Unterlagen per Post zusenden. Zuerst füllen Sie den Basisantrag elektronisch aus und reichen ihn unterschrieben in Papierform ein. Die Identifizierung erfolgt meistens am Postschalter mit dem Personalausweis.

Sobald das erledigt ist, bearbeitet die Bank den Antrag und schickt Ihnen die Login-Daten zu. Nun können Sie sich über eine stark verschlüsselte Leitung im internen Bereich anmelden. Tippen Sie das Passwort dreimal falsch ein, wird der Zugang sofort gesperrt. Sie müssen es mittels Identifizierung wieder freischalten, was einige Stunden dauern kann. In der Regel ist eine TAN für jede Transaktion erforderlich. Seriöse Banken senden Ihnen eine Liste per Post zu, die circa 100 Nummern enthält. Auch ein TAN-Generator bietet hohe Sicherheiten, denn ein Hacker kann mit Ihren Login-Daten wenig anfangen. Um vom Konto Geld abzuheben, bräuchte er die individuelle TAN-Nummer. Manchmal ist eine Auszahlung nur auf das Referenzkonto des Kunden möglich. Somit ist eine Transaktion auf ein fremdes Konto komplett ausgeschlossen.

Sicherheitshinweis: Nicht selten versuchen Betrüger mit Phishing-Mails an Ihre Daten zu gelangen. Kontaktieren Sie zuerst Ihre Bank, bevor Sie auf einen Link in der Nachricht klicken!

Anbieter: Kriterien für seriöses Banking

Bei Aktien handelt es sich um Sondervermögen, weshalb sie nicht von einer Bankenpleite betroffen sind. Dafür muss der Broker die Wertpapiere extern bei einer Depotbank verwahren. Um unnötige Risiken zu vermeiden, sollten Sie den Anbieter auf folgende Sicherheiten prüfen:

Einlagensicherung

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben bis zu einem Betrag von 100.000 Euro. Diese Regelung gilt nur für Banken innerhalb der Europäischen Union. Im Schadensfall können Sie den Anbieter auch in Ihrem Heimatland verklagen. Ideal ist ein deutscher Anbieter, der im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) vertreten ist.

Die Einlagensicherung gilt nicht für Aktien. Im Falle einer Pleite werden sie auf ein anderes Depot transferiert. Wer nur eine bestimmte Summe auf sein Depot überweisen und sofort anlegen möchte, braucht keine erhöhte Einlagensicherung. Hier genügt der EU-weite gesetzliche Mindestschutz von 100.000 Euro.

Aufklärung und Transparenz

Ein guter Broker hat nichts zu verbergen und weiß mit einem simplen Gebührenmodell zu überzeugen. Es ist klar, wie viel eine Order kostet. Auch mit Aktien kann man Geld verlieren: Seriöse Banken werben niemals mit hohen Gewinnen, um neue Kunden zu erhalten. Sie sprechen Risiken an und versuchen Anlegern mit hilfreichen Tutorials zu helfen.

Service

Bei offenen Fragen sollte ein Mitarbeiter ans Telefon gehen. Sonntags um 23 Uhr ist das weniger schlimm, aber Mittwoch um 10 Uhr mitten zur Handelszeit ist Schnelligkeit gefragt. Eventuell gibt es ein Problem, das eine flotte Lösung erfordert – und dafür benötigt es einen menschlichen Ansprechpartner. Ein deutscher Support ist ein weiterer Pluspunkt, sofern Sie kein Experte der englischen Sprache sind.

Einige Broker stellen einen direkten Ansprechpartner zur Verfügung. Ob das notwendig ist, bleibt Ihnen überlassen. Generell zeichnet einen guten Service die Antwortqualität und Erreichbarkeit der Mitarbeiter aus.

Prüfsiegel

Der TÜV bietet ein Siegel für Finanzprodukte, das Beratung und Service bewertet. Dabei bleibt die eigentliche Qualität auf der Strecke, wie etwa ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die meisten Anleger möchten gar nicht beraten werden, da sie eine eigene Strategie verfolgen.

Hilfreiche Prüfsiegel werden von Fachzeitschriften wie der FOCUS-MONEY vergeben. Die Kategorien sind bestes Online-Banking, fairste Direktbank und bester Online-Broker. Das Portal Broker-Wahl führt jährlich unter allen Kunden mehrere Abstimmungen durch. Es wird nach den besten Daytrade-, Futures- und Online-Brokern gefragt. Auch die Euro am Sonntag kürt einen Testsieger in der Kategorie Online-Broker.

Kostenfallen für Aktien-Einsteiger

Hinsichtlich der Kosten bei einem Aktiendeport lauern Hier und da einige Stolperfallen, die Sie auch als Einsteiger leicht umgehen können. Vor allem die Ordergebühren sollten Sie genau unter die Lupe nehmen: Neben dem Grundpreis wird oftmals eine Provision in Höhe von 0,29% bis 1,5% erhoben. Zusätzlich schlagen die Börsenkosten mit 2 bis 4 Euro zu Buche. Rechnen Sie aus, wie hoch die Gebühren für eine Order ausfallen, um die Banken sinnvoll zu vergleichen. Manchmal entfällt die Provision und es wird ein pauschaler Festpreis bis zu einem bestimmten Volumen berechnet.

Die Ordergebühren sind die größte Kostenfalle beim Aktienhandel.

Viele Broker bewerben den außerbörslichen Aktienhandel, über den sie eigene Bestände verwalten. Doch hier ist Vorsicht geboten, da der Spread höher ausfällt und Sie am Ende unbewusst mehr bezahlen.

So manch eine Bank erhebt Gebühren für Dividende. Sogar die Karte zur Hauptversammlung wird gesondert berechnet. Diese Kosten sind zu vermeiden. Eine Order sollte man gebührenfrei ändern oder streichen können, was auch für Limitänderungen wie das Stop-Loss-Limit gilt. Hier können monatliche Kosten anfallen, wenn die Bank eine Gebühr für aktive Limits erhebt. Generell sollten Teilausführungen keine Mehrkosten verursachen, also wenn ein Aktienkauf in mehrere Teile gesplittet wird.

Die Grundgebühr ist eine weitere Stolperfalle: Meistens wird kein Geld verlangt, aber nur, wenn der Vermögensstand mindestens 1.000 Euro beträgt. Für die Auszahlung wird oftmals eine prozentuale Gebühr erhoben, falls Sie anstelle der Überweisung die Kreditkarte auswählen. Manche Broker lassen sich den postalischen Versand von Aufträgen, Belegen und Nachweisen bestens bezahlen. Werfen Sie einen Blick auf die Preise für Fax- oder Telefonaufträge. Im Notfall kann eine telefonische Transaktion notwendig sein und hier sollten keine teuren Extrakosten anfallen.

So sieht ein gutes Aktiendepot für Einsteiger aus

    • keine Grundgebühr
    • Firmensitz in der EU
    • geringe Orderkosten (ca. 20 Euro / 5.000 Euro Volumen)
    • Änderungen und Streichungen kostenlos
    • bei Teilausführungen keine Mehrkosten
    • telefonischer Support auf Deutsch
    • Tutorials oder Webinare zum Aktienhandel
    • sicherer Handel per TAN
    • Demokonto zu Übungszwecken

Diese Punkte sollten im Leistungsumfang des Aktiendepots enthalten sein. Darüber hinaus kann auch ein kostenfreies Chartprogramm inklusive sein, was sich der Einsteiger mal anschauen kann. Eventuell findet er daran Gefallen und lässt diese Technik in seine Strategie einfließen.

Die meisten Anfänger verfolgen einen konservativen Plan mit soliden Dividenden. Daher sollten solche Zahlungen kostenfrei sein, ohne dass sich die Bank einen Teil davon schnappt. Wer viele Transaktionen tätigen möchte, profitiert von Brokern mit günstigen Fixbeträgen.

Tipp: Ziehen Sie einen Vorteil aus Wechselprämien oder anderen Preisaktionen für Einsteiger!

Fazit

Ein Einsteiger muss sich erstmals mit der Börse vertraut machen. Anfangs empfiehlt es sich mit einem Musterdepot zu üben und dann auf ein richtiges Aktiendepot umzusteigen. So können Sie die Funktionen erlernen und erste Strategien austesten. Passend dazu sagte der amerikanische Unternehmer John D. Rockefeller einst:

Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.

Beim Aktienhandel müssen Sie einem langfristigen Plan folgen, um konstante Einnahmen zu erzielen. Achten Sie auf günstige Ordergebühren und kostenfreie Dividendenzahlungen. Die Bank sollte ein klar strukturiertes Online Aktiendepot ohne Kostenfallen anbieten.