Online Aktiendepot: Wie funktioniert das?

Einstieg Aktiendepot
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Wie funktioniert ein Online Aktiendepot überhaupt. Ein Anfänger fühlt sich schnell überfordert und begeht unnötige Fehler. Dieser Ratgeber bietet Anlegern einen klaren Durchblick im Aktien-Dschungel.

Wie funktioniert ein Online Aktiendepot?

Beim Aktienhandel müssen Sie über den Ablauf bestens informiert sein. Auch ein Finanzexperte mit dem richtigen Näschen kann viel Geld liegen lassen. Man nehme den Spread, das ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Wird eine Aktie kaum gehandelt, starten Sie womöglich mit 8 Prozent Verlust, da der Broker nur den Durchschnittswert angezeigt hat.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass man sich vor einer Transaktion gründlich in das Online Aktiendepot einarbeiten sollte. Am besten ist es schrittweise vorzugehen:

1. Depotkonto eröffnen

Um Aktien zu handeln, benötigt es ein Depotkonto. Das ist ein Aufbewahrungsort für alle Wertpapiere, welche Sie kaufen oder verkaufen möchten. Das Aktiendepot wird elektronisch geführt und von Ihnen persönlich verwaltet. Es benötigt keinen Ansprechpartner, da Sie jede Aktion selbstständig ausführen können, wie zum Beispiel:


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  • Käufe
  • Verkäufe
  • Orderzusätze (Stop-Loss-Limit, Trailing-Stop-Loss)
  • Adressänderungen
  • Depotauszug ausdrucken

Für die Eröffnung eines Online Aktiendepots müssen Sie alle erforderlichen Unterlagen an die vorgegebene Adresse senden. In der Regel ist die Bearbeitung nach einigen Tagen bis hin zu wenigen Wochen abgeschlossen und Sie können mit dem Aktienhandel beginnen.

2. Standard-Funktionen

Sobald die Kontoeröffnung erledigt ist, erhalten Sie Ihre Login-Daten zugeschickt. Mit ihnen können Sie Transaktionen tätigen und voll ins Trading einsteigen – aber bitte erst nach einer soliden Einarbeitung!

2.1 Elektronische Buchungen

Im Aktiendepot wird jeder Schritt sorgfältig protokolliert, da es sich um ein Abwicklungskonto handelt. Wie bei Ihrem alltäglichen Girokonto lassen sich die Buchungen bis ins kleinste Detail zurückverfolgen. Diese Informationen können Sie jederzeit elektronisch abrufen und für die persönlichen Unterlagen ausdrucken. Auch hier erhalten Sie Kontoauszüge per Mail oder Post zugeschickt. Sie enthalten Buchungen wie Käufe, Verkäufe oder Dividende.

2.2 Aufträge erteilen

Um eine Transaktion zu tätigen, müssen Sie sich bei Ihrem Online Broker einloggen. Das geschieht anhand der Daten, die Ihnen zugeschickt wurden. Im Anschluss suchen Sie nach dem gewünschten Wertpapier und wählen es aus der Ergebnisliste aus. Manche Aktien sind in mehreren Ausführungen verfügbar.

Ist ein Unternehmen als ‚A‘-, ‚B‘- oder ‚C‘- Aktie erhältlich, hat das steuerliche Gründe. Informieren Sie sich genau, welche Variante sich am meisten lohnt. So vermeiden Sie unnötigen bürokratischen Aufwand mit dem Finanzamt.

Generell verfügt jede Aktie über eine Wertpapierkennnummer (WKN). Mit ihr lässt sich das Wertpapier zweifelsfrei identifizieren und über die Suchmaske ausfindig machen. Sobald Sie es gefunden haben, müssen Sie die entsprechende Stückzahl eintragen. Notiert der aktuelle Kurs bei 20 Euro und die Investition beträgt 1.000 Euro, macht das genau 50 Aktien. Bitte denken Sie an die Ordergebühren, welche zum Kaufpreis hinzukommen.

2.3 Der richtige Handelsplatz

Nun steht die Wahl des Börsenplatzes an: Prüfen Sie vorab, wo es das höchste Handelsvolumen gibt. Meistens sind es die Börsen Frankfurt und Stuttgart oder die XETRA (elektronischer Handel). Manche Banken bieten einen sogenannten außerbörslichen Handel zu günstigen Konditionen an.

Beim Handelsplatz sind Spread und Gebühren entscheidend.

Verfügt die Aktie über ein hohes Volumen, beträgt der Spread höchstens 1,0 Prozent. Meistens sind es rund 0,5 Prozent oder sogar weniger. Das gilt für größere Unternehmen, welche im DAX oder Dow Jones notiert sind. Bereits im MDAX (solider Mittelstand) oder TecDAX (Technologie) sinkt das Volumen rapide ab, was sich am Spread bemerkbar macht. Hier lohnt sich eine wohlüberlegte Auswahl des Börsenplatzes.

2.4 Orderzusätze einstellen

Wer seinen ersten Aktienkauf ausführt, ist mit den Finessen des Marktes noch wenig vertraut. Allgemein basiert der Handel auf Angebot und Nachfrage.

Beispiel: Man nehme an, eine Aktie wird für 16 Euro zum Kauf und für 20 Euro zum Verkauf angeboten. Bei Werten mit extrem niedrigen Volumen ist das keine Seltenheit. Nun geben Sie eine Order auf und werden sofort für 20 Euro bedient. Bei einem direkten Verkauf würden Sie einen Verlust von 20 Prozent erleiden!

Damit das nicht passiert, sollten Sie immer mit Orderzusätzen arbeiten. In der Fachsprache wird der Kaufkurs als Geld „bid“ und der Verkaufskurs als Brief „ask“ bezeichnet. Der Anleger aus dem Beispiel hat eine unlimitierte Aktienorder aufgegeben, von der dringend abzuraten ist. Besser ist ein Limit, das sich in der Nähe vom Briefkurs bewegt. Beim Verkauf orientiert man sich dann am Geldkurs. So vermeiden Sie unnötige Spreadverluste und können auf Marktschwankungen reagieren.

Natürlich können Sie die Limitorder deutlich unter dem aktuellen Kurs positionieren, falls Sie auf günstigere Einstiegskurse spekulieren. Hier lässt sich auf die Minute genau angeben, wie lange eine Order aktiv bleiben soll.

3. Bestätigung der Aktienorder

Nun müssen Sie eine TAN angeben, um die Transaktion zu bestätigen. Einige Banken senden eine Liste mit Zahlen per Post zu, andere nutzen den TAN-Generator. Wenn Sie mehrere Käufe planen, können Sie für die Sitzung eine „Master-TAN“ festlegen, welche bis zum Logout gilt. Ob diese Option verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Broker ab.

Solange es sich um eine schwebende Order handelt, können Sie einen Rückzieher machen. Das geschieht im Rahmen einer Änderung oder Stornierung. Achten Sie darauf, dass Ihre Bank keine Gebühren auf derartige Dienstleistungen erhebt. Mit der Ausführung erlischt diese Option und Sie müssen die Aktien regelkonform verkaufen – falls Sie den Kauf rückgängig machen möchten.

Ob eine Order ausgeführt wurde, erkennen Sie an Ihrem Depotbestand. Hier werden alle Wertpapiere angezeigt, die sich im Aktiendepot befinden. Manche Banken brauchen einige Minuten, um diese Angaben zu aktualisieren. Meistens werden die Aktien sofort nach dem Kauf angezeigt. Unter „Umsätze“ können Sie alle Buchungen live verfolgen.

Welche erweiterten Funktionen werden angeboten?

Manche Aktiendepots bieten einen größeren, erweiterten Leistungsumfang. Vor allem im Bereich der Ordertypen gibt es viele Funktionen, die mal mehr oder weniger sinnvoll sind. Einen Überblick erhalten Sie in der folgenden Aufzählung.

Realtime-Kurse:
Wer aktiv handeln möchte, braucht tickgenaue Börsenkurse. Vor wichtigen News kann es zu starken Bewegungen kommen, die mit verzögerten Kursen nicht handelbar sind.

Trailing-Stop-Loss:
Diese Variante einer Limit-Order dient dem Schutz einer Position. Beim Stop-Loss-Limit wählen Sie einen bestimmten Kurs aus, der als Barriere dient. Unterschreitet die Aktie diesen Wert, werden die Aktien umgehend verkauft. Im Gegenzug sichert eine Trailing-Order mögliche Kursgewinne ab. Steigt der Aktienkurs, wird das Verkaufslimit automatisch um den vorgegebenen Wert nachgezogen. Bei fallenden Kursen bleibt der erhöhte Trailing-Stop-Loss erhalten.

Beispiel: Die Aktie notiert bei 10 Euro und man hat einen Trailing-Stop-Loss von 0,80 Euro bzw. 8 Prozent festgelegt. Nun steigt der Kurs konstant ohne größere Rücksetzer auf 14 Euro – das Trailing-Limit wurde auf 13,20 Euro nachgezogen. Im Anschluss fällt das Wertpapier auf 12,80 Euro, doch das spielt keine Rolle, da bereits bei 13,20 Euro automatisch verkauft wurde.

One-Cancels-Other:
Die OCO-Order genießt eine immer größere Beliebtheit, da sie zwei Ordertypen in einem Auftrag verbindet. Eine Stop-Loss-Order hat den Nachteil, dass man nur gegen Verluste abgesichert ist. Steigt der Kurs rapide an, um anschließend umso stärker zu fallen, machen Sie Verluste. Bei der OCO-Order legen Sie ein Kauf- und Verkaufs-Limit fest, womit Sie bequem Gewinne mitnehmen und Kursverluste begrenzen können.

Garantierter Stop-Loss:
Beim CFD-Handel ist dieser Ordertyp enorm wichtig, da man bei starken Bewegungen hohe Verluste erleiden kann. Der Kurs kann sich innerhalb von einer Sekunde um über 10 Prozent bewegen. Mit einem Stop-Loss-Limit würden Sie die vollen 10 Prozent mitnehmen, auch wenn das Limit nur bei 3 Prozent lag. Der garantierte Stop gewährleistet einen Verkaufskurs, auch wenn die Aktie sogar 30 Prozent oder mehr sinken sollte. Bei unerwartet negativen News kann das durchaus passieren.

Auslandshandel:
Manche Aktien lassen sich nur im Ausland handeln. Daher bieten einige Banken den Handel an ausländischen Börsen an, was äußerst praktisch ist – aber nur, wenn sich die Kosten im Rahmen halten. Für solche Orders werden teilweise 50 Euro oder mehr erhoben, was häufig nicht in Relation zu möglichen Kursgewinnen steht. Hier sollte man einen genauen Blick auf die Preise und Konditionen des Brokers werfen.

Chartprogramme:
An der Börse sollte man eine Strategie verfolgen, um langfristig Gewinne einzufahren. Häufig wird die Charttechnik für Käufe oder Verkäufe benutzt. Dafür benötigt es ein professionelles Analysetool, welches von manchen Banken zur Verfügung gestellt wird.

Ansprechpartner:
Ein persönlicher Ansprechpartner ist bei technischen Fragen zur Ihrem Depot äußerst sinnvoll. Sollte es Probleme geben, erhalten Sie schnell eine kompetente Antwort.

Bonusprogramme:
Manche Banken bieten besondere Aktionen für ihre Kunden an. Wer über 30 Orders in Auftrag gibt, erhält Geld zurück oder profitiert von günstigen Handelskosten. Free-Trades sind nützlich, wenn Sie nur wenige Trades im Monat planen. So können Sie sich den Großteil der Handelskosten einsparen.

Auf welche Funktionen kommt es wirklich an?

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Ein neuer Anleger fühlt sich bei diesem Leistungsspektrum schnell überfordert. Anfangs sollte man mit Ordertypen wie dem Stop-Loss-Limit arbeiten, um ein grundlegendes Verständnis von der Börse zu erhalten. Heute bietet das quasi jedes Aktiendepot kostenfrei an. Zudem ist eine übersichtliche Handelsplattform sehr wichtig, damit jeder Schritt klar nachvollziehbar ist.

Planen Sie ein langfristiges Aktiendepot, braucht es keinen Ansprechpartner oder ein teures Chartprogramm. Zudem können Sie auf Realtime-Kurse verzichten, da es beim Kauf nicht auf die Sekunde genau ankommt. Gerade als Anfänger macht man sich zuerst mit den Funktionen vertraut und entwickelt eine lukrative Handelsstrategie. Viele Anleger arbeiten mit soliden Empfehlungen oder mit der fundamentalen Aktienanalyse. Der Auslandshandel hört sich interessant an, doch die meisten Aktien sind in Deutschland gelistet – auch exotische Werte aus Brasilien oder Südafrika!

Checkliste: Von der Depoteröffnung bis zum ersten Aktienkauf

1. Handelsstrategie
Von dem Punkt hängt ab, welche Bank am besten zu Ihnen passt.

2. Funktionen und Leistungen
Ein Anfänger braucht keinen teuren Auslandshandel oder ein komplexes Chartprogramm, genauso wenig unnötige Angebote für professionelle Vieltrader.

3. Depoteröffnung
Reichen Sie alle Unterlagen ein, damit das Konto schnell eröffnet werden kann.

4. Aktie auswählen
Nun soll die Strategie in die Praxis umgesetzt werden. Suchen Sie nach der Aktie im entsprechenden Suchfenster. Dabei können Sie entweder den Namen oder die WKN benutzen.

5. Handelsplatz
In Frankfurt, Stuttgart, an der XETRA oder im außerbörslichen Handel ist es meistens am günstigsten.

6. Ordertypen
Der Kauf muss verfeinert werden, um sich gegen Verluste abzusichern. Geben Sie ein sinnvolles Stop-Loss-Limit an, gerne auch über eine OCO-Order!

7. Kauf bestätigen
Abschließend müssen Sie die Transaktion mit einer TAN genehmigen.

Fazit: Für die ersten Schritte ist ein Demokonto zu empfehlen. Neukunden können sich mit dem Online-Aktienhandel vertraut machen und ihr Wissen vertiefen. Sollte Ihnen die Plattform nicht gefallen, ist ein Wechsel schnell vollzogen. Arbeiten Sie sich sorgfältig in den Börsenhandel ein, bevor Sie Ihren ersten Kauf tätigen. Einige Broker helfen ihren Kunden mit Infomaterial wie Hilfsvideos weiter.

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