Online Aktiendepot: Kosten und Gebühren

Prüfung von Depotkosten
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Um erfolgreich an der Bröse zur handeln oder langfristig zu investieren braucht man ein Online Aktiendepot mit fairen Gebühren ohne unnötige Kosten. Nur so läßt sich sichergehen, dass einen die Kostenstruktur die Rendite nicht wieder wegfrisst.

So finden Sie wirklich günstige Aktiendepots

Es gibt eine Vielzahl von Banken, bei denen Sie ein Depotkonto einrichten können. Sie werben mit ähnlichen Angeboten und auf den ersten Blick scheint es kaum Unterschiede zu geben. Das fachkundige Auge erkennt sofort, ob es sich um einen günstigen Anbieter handelt.

Sie sollte hinsichtlich der Kosten und Gebühren bei einem Aktiendepot an diesen Punkten orientieren:

  • Kontoführung
  • Orderkosten (inkl. Provisionen, Fremdspesen)
  • Handelszusätze
  • Änderungen

So an sich sagen diese Punkte wenig aus, daher sollen sie einzeln analysiert werden. Damit Sie eine klare Vorstellung über die Gebühren beim Aktienhandel erhalten.


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Kontoführung

Aus Gemütlichkeit richten sich viele Verbraucher ein Aktiendepot bei ihrer Hausbank ein. Häufig erweist sich das als Fehler, da die Kosten unnötig hoch sind. In der Regel werden beim Online Aktiendpeot keine Gebühren für die Kontoführung erhoben. Manch eine Filialbank stellt ihren Kunden jährlich 20 bis 60 Euro in Rechnung – ohne bessere Leistungen zu bieten!

Im Internet verhält es sich genau andersrum: Wer als Neukunde ein Aktiendepot eröffnet, profitiert von Wechselprämien wie Aktionszinsen, Free-Trades oder günstigen Orderkosten.

Darüber hinaus verlangen einige Banken eine Verwahrgebühr für „lagernde“ Aktien. Die Wertpapiere verursachen laufende Kosten in Höhe von 0,05% bis 0,2% pro Jahr. Haben die Aktien einen Wert von 20.000 Euro, sind das rund 30 Euro nutzloser Extrakosten. Zudem sollten Sie eine mögliche Inaktivitätsgebühr berücksichtigen. Planen Sie erst in ein oder zwei Jahren zu investieren, sollte die Bank keine Kosten fürs „Nichtstun“ erheben.

Kostencheck: Die Kontoführung sollte komplett kostenlos sein. Wenn Sie sofort Aktien kaufen möchten, ist die Inaktivitätsgebühr unwichtig.

Orderkosten

Nun müssen Sie über eine Handelsstrategie nachdenken. Wie viele Käufe möchten Sie jährlich tätigen? Je mehr Aktienpakete es sein sollen, desto stärker steigen die Gebühren in die Höhe.

Es wird zwischen Provisionen und Fremdspesen unterschieden. Das eine sind die Bankgebühren, das andere die Kosten für den Handelsplatz.

Provisionen

Wäre der Aktienhandel ein leckerer Kuchen, würde dieser Punkt über 70% des Gebäcks ausmachen. Weniger schmackhaft sind die Orderprovisionen einiger Banken. Es stehen folgende Abrechnungsmodelle zur Verfügung:

  • Provision nach Volumen
  • Fixbetrag
  • Kombination aus den vorigen Punkten
  • Free-Trades

Man nehme eine Aktienorder von 20.000 Euro, die aus 500 Aktien zu jeweils 40 Euro bestehen soll. Erfolgt die Abrechnung nach dem reinen Volumen, werden rund 0,7% fällig. In diesem Beispiel sind das 140 Euro für die Kaufprovision. Ein Fixbetrag von 50 Euro ist deutlich vorteilhafter. Häufig werden beide Punkte kombiniert und die Bank verlangt etwa 10 Euro Grundkosten und 0,3% Provision vom Gesamtbetrag.

Besser sind kostenlose Free-Trades, welche Ihnen die Orderkosten fast komplett ersparen. Langfristig orientierte Anleger mit wenigen Käufen (unter 5 pro Quartal) können ihre Handelskosten drastisch reduzieren.

Kostencheck: Die Höhe der Provisionen ist stark von der Anzahl der monatlichen Aktienkäufe und -verkäufe abhängig. Aktive Anleger sollten eine möglichst günstige Bank auswählen. Bitte beachten Sie, dass oftmals eine Mindestprovision erhoben wird, welche Käufe unter 500 bzw. 1.000 Euro unrentabel macht. So frisst alleine die Provision einen hohen Teil der möglichen Rendite auf.

Fremdspesen

Die Fremdspesen sind nur ein kleiner Teil der Ordergebühren, aber man sollte ihnen dennoch Beachtung schenken. Manche Banken reichen die Kosten für den Handelsplatz und die Maklercourtage an ihre Kunden weiter. Hier hängt es davon ab, wo Sie Ihren Aktienkauf tätigen.

Das sind die größten deutschen Börsen:

  • Frankfurt
  • München
  • Stuttgart
  • Xetra (elektronischer Handel)

Die Gebühren liegen unabhängig vom Volumen bei circa 2 bis 4 Euro pro Order. Ein außerbörslicher Handel ist über Lang & Schwarz oder Tradegate Exchange möglich. Hier genießen Sie den Vorteil längerer Handelszeiten, was sogar eine Order am Wochenende einschließt. Einige Broker verzichten auf diese Kosten, was eher selten ist und einen Fixbetrag für die Gebühren voraussetzt.

Kostencheck: Die Kosten sind zwar gering, aber summieren sich dennoch. Handeln Sie an Börsenplätzen mit hohem Volumen und verzichten Sie auf den teuren Wochenendhandel. Lesen Sie in der Wertpapierabrechnung nach, welche Gebühren an Sie weitergereicht werden.

Handelszusätze

Die bisherigen Kosten sind transparent und leicht herauszufinden. Anders verhält es sich bei Handelszusätzen, wo die Banken echten Erfindungsgeist beweisen. Wenn Sie eine Order aufgeben, stehen Ihnen mehrere Optionen zur Auswahl. So können Sie ein Limit definieren, was äußerst praktisch ist. Die Aktie wird erst dann gekauft oder verkauft, wenn sie einen bestimmten Wert erreicht. Das senkt die psychologische Belastung, da Sie den Kurs kaum noch beachten müssen. Nun ist der Broker für die korrekte Ausführung verantwortlich.

Moderne Anbieter machen das im Rahmen von Limit Orders komplett kostenlos, doch bei einigen Banken werden Gebühren fällig. Das gilt vor allem für regionale Filialbanken, die manche Verbraucher aus Bequemlichkeit bevorzugen. Darüber hinaus unterscheiden sich die Kosten für Internet- und Telefonorders. Ältere Menschen bevorzugen den telefonischen Handel, obwohl die Gebühren deutlich höher liegen.

Kostencheck: Prüfen Sie genau, ob Limitgebühren für Käufe und Verkäufe anfallen. Wer lieber telefonische Orders aufgibt, sollte die Extrakosten checken. Manchmal werden „kreative“ Gebühren fällig, an die man zuerst gar nicht denkt. Führt man einen Kauf über das Chartprogramm aus, können weitere Kosten entstehen.

Änderungen

Die Kurse fallen immer tiefer, was einen günstigen Einstiegskurs bedeutet. Vorab haben Sie eine Order platziert, welche Sie nun canceln möchten. Doch der Broker fordert eine Gebühr für Änderungen oder Stornierungen. Das ist ärgerlich und muss nicht sein, da die meisten Banken auf solche Extrakosten verzichten. In der Praxis läuft es oftmals anders, als zuerst gedacht und dann sollte man eine Order flexibel ändern können – ohne hohe Gebühren!

Ein weiterer Punkt sind die sogenannten Teilausführungen. Wird eine Aktie kaum gehandelt, kann es vorkommen, dass der Kauf in mehrere Schritte gesplittet wird. Teilt sich die 20.000 Euro Order in 8 Transaktionen auf, verlangen manche Banken die 8-fache Kaufgebühr! Der Broker sollte unbedingt die Kosten für Teilausführungen übernehmen und nur die üblichen Gebühren für eine Order berechnen.

Kostencheck: Gute Anbieter verzichten auf versteckte Sonderkosten. Es fallen keine Gebühren für Änderungen, Stornierungen und Teilausführungen an.

Versteckte Kosten: Ist ein „kostenloses“ Aktiendepot gebührenfrei?

Trader mit Laptop vor Skyline
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Manche Banken werben mit gebührenfreien Aktiendepot. Damit ist gemeint, dass die Gebühren für die Kontoführung entfallen. Es wird keine monatliche oder jährliche Grundgebühr fällig, doch das war es auch schon. Die Broker leben von Provisionen, weshalb Transaktionskosten immer erhoben werden. Nur im Rahmen von Free-Trades oder zeitlich vergünstigten Orders kann es zu Rabatten kommen.

Beim Aktienkauf kommt noch der Spread hinzu: Dieser Wert bezeichnet die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Große DAX-Unternehmen haben einen Spread von 0,1 bis 0,5 Prozent, während kleine Firmen über 5 Prozent oder mehr besitzen. Hier kommt es auf das tägliche Handelsvolumen an.

Je stärker eine Aktie gehandelt wird, desto niedriger ist der Spread.

Berücksichtigen Sie diese Kursdifferenz beim Aktienhandel, um böse Überraschungen zu vermeiden. Das Risiko einen zu hohen Spread zu bezahlen, umgehen Sie, indem Sie mit einer Limit Order ein- bzw. aussteigen.

Manche Unternehmen zahlen eine Dividende, was für den Anleger äußerst positiv ist. Doch einige Banken erheben eine „kleine“ Gebühr von 5 bis 10 Euro auf jede Zahlung, die Sie unbedingt umgehen sollten. Sonst bleibt nicht viel von der Dividende übrig, wenn Sie Ihr Kapital stark aufgestückelt haben.

Checkliste: Sinnvolle Kostenstruktur eines Aktiendepots

Grundgebühr:
Es fällt keine Grundgebühr an, da moderne Broker eine kostenfreie Kontoführung anbieten. Natürlich verzichtet die Bank auf Verwahrkosten und die Inaktivitätsgebühr wird erst nach 2 Jahren fällig.

Orderkosten:
Eine Transaktion für 1.000 Euro darf nicht mehr als 20 Euro kosten, sonst ist sie überteuert. Es gibt keinen Service, der einen höheren Preis rechtfertigt – auch wenn es die Bank Ihnen einreden möchte. Nur die Telefonorder kann etwas teurer ausfallen, da für diese Dienstleistung menschliche Mitarbeiter benötigt werden. Der übliche Preis für ein 10.000 Euro Aktienpaket liegt bei rund 40 Euro oder günstiger.

Handelszusätze:
Die Bank erhebt keine Gebühren für Änderungen, Stornierungen oder Streichungen. Es sind auch Handelsbefehle wie eine Stop-Loss-Order möglich.

Rabattaktionen:
Manche Broker werben mit Wechselprämien oder ähnlichen Preisaktionen. Es kommt auf den Einzelfall an, denn oftmals lässt sich tatsächlich ein wenig Geld sparen.

Tipps und Tricks für niedrige Gebühren

Wer die Kosten senken möchte, muss seinen Handelsstil kennen. Das Ordervolumen und die Anzahl der Trades entscheiden über die Wahl des richtigen Online Aktiendepots. Wer alle drei Monate für 4.000 Euro Aktien kauft, würde von Free-Trades enorm profitieren. Bei geringen Beträgen kommt es vor allem auf niedrige Grundgebühren an, denn jeweils 20 Euro für Kauf und Verkauf machen bei dieser Summe genau 1 Prozent aus. Hört sich wenig an, aber auf zehn Aktien gerechnet sind das 400 Euro Gesamtkosten. Verlangt der Broker 5 Euro weniger, sparen Sie sich 100 Euro ein. Wie Sie sehen, zählt jeder Euro Ersparnis.

Sogenannte Heavytrader (Vieltrader) profitieren von gestaffelten Orderkosten. Wer zum Beispiel über 50 Orders pro Quartal ausführt, muss fortan weniger bezahlen. Hier lohnt es sich, einen genauen Blick auf den Broker zu werfen. Gibt es kein gutes Angebot, sollten Sie eine günstige Flatrate für Vieltrader auswählen.

Schritt für Schritt zum Aktiendepot

Diese Anleitung hilft Ihnen bei der Auswahl des besten Depotkontos:

1. Kostenfreie Kontoführung:
Bei einem kleinen Aktiendepot von unter 5.000 Euro sind 30 Euro pro Quartal eine Stange Geld. Das Aktiendepot sollte kostenlos sein und es auch langfristig bleiben!

2. Tagesgeld:
In Krisenzeiten trennen sich manche Anleger von ihren Aktien und warten ab. Gut, wenn Sie für diese Periode etwas Tagesgeld auf das Kapital erhalten.

3. Niedrige Ordergebühren:
Widmen Sie diesem Punkt Ihre volle Aufmerksamkeit, denn das ist der größte Kostentreiber! Umso öfters Sie handeln, desto mehr schießen die Kosten in die Höhe. Ein paar Euro Ersparnis hören sich wenig an, auf 50 Trades im Monat gerechnet kommt eine große Summe heraus. Falls sich die Aktie anders entwickeln sollte, muss der Mausklick für die Änderung kostenfrei sein. Für Vieltrader sind Limitänderungen normaler Handelsalltag.

4. Leistungen:
Verzichten Sie auf unnötige Services, die Sie gar nicht benötigen. Wer sich strikt am Cost-Average-Effekt orientiert, kauft jeden Monat eine bestimmte Menge an Aktien. Dafür brauchen Sie keine Chartprogramme oder persönliche Ansprechpartner. Hier genügt eine stabile und vor allem kostenlose Handelsplattform.

Fazit: Das Online Aktiendepot ist eine sinnvolle Form der Geldanlage. Da die Kosten gering ausfallen, können Sie effektiv mit Aktien handeln – und das sogar mit kleinen Beträgen von circa 500 Euro! Wichtig ist, das eigene Anlageverhalten zu untersuchen und so das passende Depotkonto auszuwählen.

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Consorsbank:
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✅ Über 220 ETF-Sparpläne für 0 €
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