Wichtige Ordertypen beim Handel mit Aktien

Beim Aktienhandel existieren verschiedene Ordertypen. Mit ihnen lassen sich Käufe und Verkäufe automatisieren. So schützen Sie Ihr Kapital vor unnötigen Verlusten. Zudem können Sie automatisiert Käufe durchführen, die nach vordefinierten Regeln umgesetzt werden.

Wozu braucht es Ordertypen?

Broker schaut auf Screen
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Vor dem Kauf oder Verkauf von Aktien müssen Sie sich für einen Ordertypen entscheiden. Viele Anleger wählen die erste Option aus, da ihnen die anderen Begriffe kompliziert erscheinen. Das ist keine gute Lösung. Auch ein Anfänger sollte den Unterschied zwischen den angebotenen Ordertypen kennen.

Die richtige Order schafft folgende Vorteile bei Handel:

  • Begrenzung der Verluste
  • Einkauf zum günstigeren Kurs
  • keine Emotionen im Spiel, der Broker führt die Order automatisch aus
  • weniger Zeitaufwand für den Aktienhandel

Nicht alle Broker bieten ihren Kunden die gleiche Auswahl an. Manchmal fehlt ein wichtiger Ordertyp, der Ihnen das Trading deutlich erleichtert. Bevor Sie sich für einen Broker entscheiden, sollten Sie Ihre Anlagestrategie mit den verfügbaren Ordertypen abstimmen.

Das sind die vier effektivsten Ordertypen

1. Sofortige Ausführung: Market Order

Eine Market Order wird direkt zum verfügbaren Preis ausgelöst. Beim Kauf trägt sie den Namen „billigst“. Der Aktienkauf soll zum billigsten Kurs erfolgen. Das Gegenstück bildet die „bestens“-Order. Dieser Ordertyp ist interessant für Anleger, die bereits Aktien besitzen. Der Verkauf wird sofort zum teuersten verfügbaren Preis vollzogen.

Beispiel: Eine Aktie notiert aktuell bei 51,50 Euro. Der günstigste Verkäufer möchte seine Anteile für 51,65 Euro veräußern. Mit einer „billigst“-Order können Sie seine Aktien für 51,65 Euro erwerben.

Bei kaum gehandelten Märkten ist Vorsicht geboten. Hier können die Unterschiede zwischen den Kauf- und Verkaufskursen mehr als 5% betragen. Der Aktienkurs steht bei 20,50 Euro. Nun möchte ein Anleger seine Wertpapiere „bestens“ verkaufen. Er platziert eine Market Order. Leider lag das erste Kaufangebot bei 18,70 Euro. Seine Aktien werden zu dem Preis veräußert, obwohl er mit ungefähr 20,50 Euro gerechnet hat. Prüfen Sie vorher das Orderbuch, bevor Sie eine Market Order aufgeben.

2. Für Kursziele: Limit Order

Die Limit Order bügelt den Nachteil der Marktorder aus. In stark schwankenden Märkten kann die Market Order zu ungünstigen Käufen oder Verkäufen führen. Bei der Limit Order erfolgt die Transaktion zum vorher festgelegten Preis.

Beispiel: Die Aktie steht bei 43,00 Euro. Das ist dem Anleger zu teuer, er wünscht sich einen Kaufkurs von 38,50 Euro. Deshalb platziert er eine Limit Order zu 38,50 Euro mit einer Gültigkeit von 10 Monaten. Wird in dieser Zeitspanne der Kurs von 38,50 Euro erreicht, erfolgt der Kauf zu diesem Preis.

Auch für Verkäufe lässt sich ein Limit einrichten. Der Ausstieg zu einem von Ihnen festgelegten Kursziel. Als Anleger profitieren Sie von der automatischen Ausführung des Brokers.

3. Risikobegrenzung: Stop Loss Order

An der Börse sind stärkere Kursverluste möglich. Dagegen sichern Sie sich mit einer Stop Loss Order ab. Zudem schützen Sie Ihre Gewinne.

Beispiel: Der Investor hat eine Aktie für 35,50 Euro gekauft. Sie ist in zwei Jahren auf 87,50 Euro gestiegen. Deshalb richtet er einen Stop Loss bei 74,40 Euro ein. Er hält dieser Marke für psychologisch wichtig und glaubt, dass ein Unterschreiten zu weiteren Kursverlusten führt.

Ein Verkauf der Aktie wird zum nächsten handelbaren Kurs durchgeführt. Das kann ein Preis von 74,40 Euro oder niedriger sein. Steigt das Wertpapier weiter, erfolgt kein Verkauf. So müssen Sie die Märkte nicht ständig im Blick behalten.

4. Trends nutzen: Trailing Stop Order

Die Trailing Stop Order ist eine Alternative zum Stop Loss. Bei der vorigen Variante kann die Aktie um 50% steigen und dann wieder auf +/- 0 fallen. Mit etwas Pech ist Ihnen diese Kurssteigung entgangen und Sie werden bei 0 ausgestoppt. Hier kann die Trailing Stop Order aushelfen. Dabei wird das Stop Limit nach oben angepasst, das Limit wandert parallel zum Höchstpreis mit.

Beispiel: Ein Anleger kauft eine Aktie zu 50,00 Euro. Er rechnet mit konstant steigenden Kursen. Darum legt er als Trailing Stop einen Startkurs von 40,00 Euro fest. Erhöht sich das Wertpapier auf 62,40 Euro, steigt der Trailing Stop parallel auf 52,40 Euro. Fällt die Aktie danach auf 48,40 Euro, erfolgt der Verkauf bereits vorher zu 52,40 Euro.

In langfristig steigenden Märkten gilt die Trailing Stop Order als interessanter Ordertyp. Der Investor kann sich zurücklehnen, während der Broker die Arbeit für ihn erledigt.

Fazit: Jeder kann Aktien strategisch handeln

Als Anleger sollten Sie die vorgestellten Ordertypen kennen. Nutzen Sie diese Werkzeuge, um Ihre Anlagestrategie zu optimieren. Achten Sie bei der Auswahl des Brokers auf die oberen Ordertypen.

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