(Online) Aktiendepot: Depotübertrag

online Depotübetrag
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Ein Depotwechsel kann sich mehr als auszahlen. Es sind hohe Kosteneinsparungen und besser Leistungen möglich. Auch gestaltet sich der Wechsel im Online-Zeitalter sehr einfach und schnell. Hier erfahren Sie alles was Sie zum Depotübertrag wissen müssen.

Wann lohnt sich ein Depotübertrag?

Jeder Anleger sollte die Konditionen seines Aktiendepots regelmäßig vergleichen. Vor allem Kunden, die seit langer Zeit bei ihrer Hausbank sind, können viel Geld sparen. Dort fallen nämlich besonders hohe Kosten an. Ein Depotübertrag ist ebenfalls interessant, wenn Sie Ihr Anlageverhalten ändern. Manche Sparer möchten ihre Geldanlage professioneller gestalten und benötigen dafür eine Chartsoftware.

Die einzelnen Punkte im Überblick.

Günstigere Gebühren

Beim Aktiendepot stehen die Kosten an erster Stelle. Eine Kontoführungsgebühr schmälert Ihre Rendite erheblich. Bezahlen Sie jeden Monat etwa 5 bis 10 Euro, sind das um die 100 Euro im Jahr. Das muss nicht sein, denn es gibt ausreichend kostenfreie Angebote. Legen Sie das Geld lieber an, anstatt es Ihrer Bank zu schenken. Langfristig erwirtschaftet dieses Kapital eine zusätzliche Rendite.


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Info: In der Vergangenheit konnte der DAX eine jährliche Rendite von rund 8% erzielen. Dafür mussten Sie mindestens 25 Jahre investiert bleiben. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich diese Entwicklung wiederholt. Nehmen wir an, eine Bank verlangt eine Jahresgebühr von 50 Euro. Legen Sie dieses Kapital jährlich für 25 Jahre an, könnte sich daraus eine Summe von 4.200 Euro entwickeln!

Ob sich die Vergangenheit wiederholt, lässt sich nur spekulieren. Langfristig konnten die Märkte jedoch stets einen Wertzuwachs erzielen. Obendrein gehen Sie mit einem Depotübertrag kein Risiko an. Das gesparte Geld können Sie risikofrei investieren. Daher sollten Sie unbedingt die Konditionen prüfen und den Broker wechseln, wenn Sie ein günstigeres Angebot entdecken.

Attraktive Sonderleistungen

Nicht jede Bank bietet dieselben Leistungen. Einige Broker werben mit einer Chartsoftware, andere verfügen über günstige ETF-Sparpläne. Manche stellen einen persönlichen Ansprechpartner zur Verfügung. Bei der Anbieterwahl kommt es auf Ihre Bedürfnisse an. Diese können sich im Laufe der Jahre ändern.

Optionale Leistungen:

  • Anlageklassen (z. Bsp. CFDs oder Optionen)
  • Chartsoftware
  • Filialen
  • Musterdepot
  • Ordertypen
  • persönliche Beratung
  • Realtime-Kurse
  • Rundum-Lösungen (Girokonto, Depot und Kreditkarte)
  • Seminare oder Webinare
  • Wertpapierkredit

Möchten Sie Ihre Anlagestrategie um die technische Analyse erweitern? Dann brauchen Sie einen Broker, der seinen Kunden eine professionelle Handelssoftware zur Verfügung stellt. Infolgedessen ist ein Depotübertrag Ihrer Wertpapiere erforderlich.

Doch auch neue Anleger profitieren von einem breiteren Leistungspaket. Moderne Ordertypen wie der Trailing-Stop-Loss vereinfachen die Geldanlage erheblich. Allgemein setzen immer mehr Sparer auf Online-Lösungen. Der Weg zur Hausbank nimmt unnötig viel Zeit in Anspruch. Über das Internet können Sie alle Transaktionen eigenständig tätigen.

Besserer Service

Der Kundenservice spielt eine wichtige Rolle. Manche Broker sind nur unter der Woche erreichbar. Vielleicht müssen Sie bis 18 Uhr arbeiten und möchten Ihre Finanzgeschäfte nach Feierabend erledigen. Hierfür benötigen Sie einen Anbieter mit einem starken Support. Eventuell antwortet die derzeitige Bank nur unzureichend auf Ihre Fragen. Es braucht einen Broker, der einen besseren Kundenservice bietet.

Tipp: Bei Ihrer Entscheidung können Sie neutrale Auszeichnungen berücksichtigen. Diese werden von Zeitschriften wie der Euro am Sonntag oder vom Handelsblatt vergeben. Dazu zählen Awards wie „Aktive Trader 1. Platz“ oder „Bester Online Broker„. Eine weitere Auszeichnung ist die Broker-Wahl. Seit 2001 wird der Broker des Jahres durch Kundenumfragen ermittelt. Es existieren mehrere Kategorien wie „Online Broker des Jahres„, „Fonds & Zertifikate Broker des Jahres“ und „Forex Broker des Jahres“.

Die Gewinner sollten Sie sich unbedingt ansehen.

Schritt für Schritt: Wie läuft ein Depotübertrag ab?

Zunächst hört sich ein Depotwechsel nach viel Arbeit an. Irgendwie müssen die Aktien aufs neue Depot gelangen. Das scheint reichlich Bürokratie zu sein! Zum Glück handelt es sich um ein Vorurteil. Ein Depotübertrag verursacht bloß einen geringen Aufwand.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Depotübertrag:

1. Ansprüche ermitteln
Zuerst müssen Sie über Ihre Anforderungen nachdenken. Der neue Broker sollte über die gewünschte Funktion verfügen. Günstigere Gebühren zählen als wichtigster Wechselgrund.

2. Anbietervergleich durchführen
Prüfen Sie die einzelnen Angebote und erstellen Sie eine Liste an Kandidaten. Entscheiden Sie sich aus den potenziellen Anwärtern für den besten Anbieter.

3. Depot eröffnen
Füllen Sie die notwendigen Unterlagen aus und schicken sie diese der Bank zu. Alternativ können Sie die Depoteröffnung komplett über das Internet durchführen. Dann erfolgt die Legitimierung mit VideoIdent per Webcam oder über die Kamera am Smartphone.

4. Formular ausfüllen
Die Dokumente zum neuen Depot sind eingetroffen. Nun besitzen Sie zwei verschiedene Aktiendepots. Um die Wertpapiere aufs neue Depot zu übertragen, müssen Sie ein spezielles Formular ausfüllen. In der Regel finden Sie dieses bei Ihrem neuen Anbieter vor. Es steht direkt zum Download zur Verfügung. Der Depotwechsel ist auch über das Internet möglich. Dabei erfolgt die Unterschrift per Maus oder am mobilen Endgerät. Es ist kein postalischer Versand der Unterlagen notwendig.

5. Depotübertrag abwarten
Als Kunde brauchen Sie sich um nichts mehr zu kümmern. Die komplette Arbeit ist tatsächlich mit dem Formular erledigt. Ob Sie es am Computer ausfüllen und online abschicken oder den postalischen Papierweg wählen, bleibt Ihnen überlassen. Um den Rest kümmern sich beide Banken.

Kosten und Gebühren

2014 hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Gebühren für den Depotübertrag verboten. Der Grund: Die Bank dient bloß als Lagerstätte. Für diese Leistung dürfen keine teuren Kosten anfallen. Somit müssen Herausgabe und Verwahrung von Aktien kostenfrei erfolgen. Mögliche Gebühren sollten bereits vorher im Kontoführungsentgelt enthalten sein. Berechnet der Broker keine Depotgebühr, erfolgt der Übertrag kostenlos.

Welche Fristen sind zu beachten?

Ein Depotwechsel ist jederzeit möglich. Es gibt keine Deadline für den Übertrag. Allerdings kann der Wechsel bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen. Dabei kommt es auf Ihre Wertpapiere an. Deutsche Aktien benötigen ein bis zwei Wochen. Bei exotischen Wertpapieren aus dem Ausland können mehr als fünf Wochen vergehen.

Über Nacht kann kein Depotübertrag erfolgen. Als Anleger sollten Sie maximal sechs Wochen einplanen. Das ist wichtig, wenn Sie sich einen schnellen Verkauf Ihrer Aktien wünschen. Möchten Sie innerhalb von drei Wochen verkaufen, sollten Sie die Transaktion lieber bei Ihrem alten Broker durchführen.

Tipp: Übertragen Sie nur Wertpapiere zum neuen Anbieter, die Sie mindestens sechs Wochen halten möchten. Ansonsten können sich die Kurse zu Ihrem Nachteil entwickeln. Ein Verkauf während dem Depotübertrag ist ausgeschlossen. Das kann positive wie negative Folgen haben. Besonders Trader sollten diesen Tipp beachten. Langfristig orientierte Anleger sind sowieso über mehrere Jahre investiert.

Gibt es mögliche Fallstricke?

Der größte Fallstrick sind Aktien, die im Ausland verwahrt werden. Hier können die Broker nämlich eine Gebühr berechnen. Vor allem ausländische Anbieter verlangen horrende Kosten. Manche Banken aus der Schweiz erheben pro Aktienpaket (z. Bsp. 20 Nestlé-Aktien) bis zu 50 Franken – das sind ungefähr 43 Euro.

Zudem sind ausländische Banken nicht zur Übermittlung der Einstandskurse verpflichtet. Aus steuerlicher Sicht ist das ein gravierender Nachteil.

Beispiel: Der ausländische Broker übermittelt keine Einstandskurse. In diesem Fall geht die neue Bank von einem Kaufkurs von 0,01 Euro aus. Verkaufen Sie das Wertpapier für 300 Euro, entspricht das einem Gewinn von 299,99 Euro. Dabei liegt der Anschaffungspreis bei 350 Euro! Obwohl ein Verlust vorliegt, erhebt der neue Anbieter eine entsprechende Abgeltungssteuer.

Manchmal müssen Sie mehrmals nachfragen, um die korrekten Kaufpreise zu erhalten. Das Beispiel zeigt, wie wichtig die Übermittlung dieser Kurse ist.

Obendrein sind die Steuern zu berücksichtigen. Es wird zwischen einem Depotübertrag mit oder ohne Gläubigerwechsel unterschieden. Möchten Sie Ihre Aktien auf ein anderes Depot übertragen, bleibt der Depotinhaber gleich. Es erfolgt keine Gläubigerübertragung. Aus steuerlicher Sicht werden Ihre Wertpapiere einfach nur weitergegeben. Die Verwahrungsstätte ändert sich, was keine Auswirkungen hat.

Anders verhält es sich, wenn die Aktien den Gläubiger wechseln. Der erste Fall betrifft Erbschaften, Schenkungen oder Übertragungen an den Ehepartner. In diesen Beispielen fällt keine Abgeltungssteuer an. Die Bank meldet diesen Vorfall lediglich dem Finanzamt. Übertragen Sie Ihre Aktien an einen guten Freund, könnte es ein böses Erwachen geben. Eine derartige Transaktion wird als Verkauf gewertet. Somit erhebt der Broker die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent. Unter dem Strich liegen die Steuern bei 26,375 % (25 % + Solidaritätszuschlag).

Attraktive Neukunden-Prämien

Die Banken befinden sich in einem harten Konkurrenzkampf zueinander. Um Ihnen den Depotwechsel zu versüßen, bieten sie Neukunden-Prämien an. Das können über 200 Euro für den Neukunden sein. Stehen Ihnen zwei Broker mit einem ähnlichen Angebot zur Auswahl, sollten Sie den Bonus mitnehmen. Allerdings sollten Sie sich nicht bloß wegen der Prämie für einen Depotanbieter entscheiden.

Gelegentlich ist der Bonus an eine bestimmte Mindestsumme geknüpft. Die Aktien müssen über einen Kurswert von mindestens 5.000 Euro verfügen. Alternativ wird auf jede 2.000 Euro Depotwert eine Prämie von 50 Euro gewährt. Bitte beachten Sie, dass die Zahlen beispielhaft gewählt sind.

Soll ich das alte Depot behalten?

Viele Kunden stehen vor dieser Frage. Allgemein bleibt das alte Depot bestehen. Eine Depotübertragung betrifft nur die enthaltenen Wertpapiere. Es erfolgt keine automatische Kündigung des Aktiendepots. Kostet das Depot keine Gebühren, können Sie es ruhig behalten und sich die Entscheidung überlegen. Studieren Sie die AGB aufmerksam, da bei Nichtnutzung häufig eine Inaktivitätsgebühr erhoben wird.

Info: Aus strategischer Sicht ist eine Kündigung sinnvoller. Sofern Sie das Depot nicht benötigen, sollten Sie auf den neuen Broker setzen. Möchten Sie nach ein oder zwei Jahren zu Ihrer alten Bank zurückkehren, werden Sie gewöhnlich als Neukunde gewertet. Im Normalfall zählen Sie spätestens nach fünf Jahren wieder als neuer Kunde. Mit dieser Taktik können Sie von einer Wechselprämie profitieren.

Einige Banken setzen eine Kündigung des alten Depots voraus. Ansonsten erhalten Sie keine Wechselprämie. Lesen Sie sich die Bedingungen für den Bonus sorgfältig durch.

Fazit: Einfach und schnell zum neuen Broker

Ein Depotübertrag stellt kein Problem mehr dar. Die Banken helfen Ihnen aktiv beim Wechsel mit. Damit möchten sie neue Kunden gewinnen. Obendrein werben sie mit attraktiven Wechselprämien. Der Depotübertrag muss kostenlos erfolgen, so hat es der BGH entschieden (Aktenzeichen: XI ZR 200/03). Prüfen Sie gleich jetzt die Konditionen Ihres aktuellen Brokers und ziehen Sie zu einem besseren Anbieter um!

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