Aktiendepot mit Put-Optionen absichern

Niemand weiß, wie lange eine Rallye an den Aktienmärkten andauert. Ein Kursrutsch ist theoretisch jeder Zeit möglich. Mit einer Put-Option kann ein Aktiendepot abgesichert werden.

Put-Optionen als Rettungsschirm
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Der Markt seit der Finanzkrise 2008

Seit 2009 befinden sich die Märkte im Aufwind. Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte 2017 ein neues Allzeithoch von über 12.900 Punkten erreichen. Viele Anleger sind erst in den letzten 5 Jahren eingestiegen. Sie haben keinen längeren Bärenmarkt erlebt. Daher sichern sie sich nicht ausreichend ab.

Doch ein Kursrutsch ist keine Seltenheit. 2015 fiel der DAX um mehr als 20 Prozent. Während der Finanzkrise (2007-2009) waren es in der Spitze über 50 Prozent. Beliebte Aktien wie Daimler hatten in der Krise über 70 % an Kursverlusten zu beklagen. Stellen Sie sich vor: Aus einem Investment von 10.000 Euro wurden weniger als 3.000 Euro. Und bei Daimler handelt es sich um ein Unternehmen mit einer hohen Reputation.

Gegen solche Verluste können Sie sich mit Put-Optionen absichern.

Was sind Put-Optionen?

Man könnte einen Put als Versicherung bezeichnen: Wenn die Märkte fallen, steigen diese Wertpapiere. Wie läuft das in der Praxis ab? Entscheidend ist die Höhe des sogenannten Hebels.

Rechenbeispiel: Wenn eine Aktie um 10 % fällt, haben Sie genau 10 % verloren. Bei einer Put-Option mit einem Hebel von 1 hätten Sie einen Gewinn von 10 % erzielt. Somit bedeutet ein Hebel von 10, dass die Rendite bei 100 % läge. Ein Hebel von 26,7 würde einen Ertrag von 267 % bedeuten.

Nun sollte Ihnen klar sein, was der Hebel bedeutet. Weniger erfahrene Anleger sollten höchstens einen Wert von 2 wählen. Sonst fallen die potenziellen Kursverluste zu hoch aus. Bei einem Hebel von 10 müsste die Aktie nur um 10 % steigen, damit Sie einen Totalverlust erleiden. Wer noch keine Erfahrungen mit Put-Optionen hat, sollte einen Hebel von 1 bevorzugen.

Wie wähle ich einen Put-Optionsschein aus?

Es gibt mehrere zehntausend Put-Optionen. Als Anleger sollten Sie vor allem auf die Laufzeit achten. Wenn Sie Ihre Aktien für 8 Jahre im Depot behalten möchten, sollte der Put noch mindestens 8 Jahre gehandelt werden. Es gibt auch Scheine mit unendlicher Laufzeit.

Der Put-Optionsschein sollte mit Ihrem Depotwert identisch sein. Wenn Sie einen ETF auf den DAX schützen möchten, dürfen Sie keinen Gold-Put kaufen. In diesem Fall setzen Sie auch auf einen DAX-Put. Zudem verfügt jeder Optionsschein über einen Basispreis. Dieser sollte auf dem aktuellen Kaufniveau liegen. Einfach gesagt: Notiert der DAX bei 12.300 Punkten, empfiehlt sich ein Basispreis von rund 12.300 Punkten.

Bei Knock-Out-Zertifikaten gelten andere Spielregeln:
Hier dient der Basispreis als KO-Barriere. Der DAX notiert z. Bsp. bei 12.300 Punkten. Nun kauft ein Anleger einen Put-KO mit einem Basispreis von 12.500 Punkten. Steigt der DAX auf diese 12.500 Punkte, verfallen die KO-Zertifikate wertlos. Daher ist bei Knockout-Papieren ein möglichst weit entfernter Basispreis von über 1.000 Punkten zu empfehlen. Erfahrene Börsianer können auch engere Kursschwellen nutzen.

Wann sollte man einen Put kaufen?

Auf die Frage gibt es leider keine eindeutige Antwort. „Es hängt davon ab“, würde ein Finanzberater sagen. Wenn Sie die Märkte nur schwer einschätzen können, braucht es zuerst ein wenig Finanzwissen. Schließlich möchten Sie kein Glücksspiel betreiben, sondern seriös investieren.

Generell bietet die Charttechnik interessante Put-Ansätze. Das ist eine Form der Finanzanalyse, bei der man mit Trends, Unterstützungen und Widerständen arbeitet. Ein berühmtes Beispiel ist die 200-Tage-Linie. Sie gilt als bekannteste Kennzahl der technischen Analyse. Wenn der Kurs über der Linie notiert, spricht das für steigende Kurse. Fällt er dauerhaft unter diese Linie, drohen weitere Verluste. Ein Anleger könnte die 200-Tage-Linie für den Ein- und Ausstieg in seine Put-Optionen nutzen. Das ist nur ein Beispiel und keine Anlageempfehlung.

Es ist wichtig, dass Sie eine klare Strategie verfolgen. Im Schnitt können internationale Indizes wie der DAX oder der Dow Jones alle 10 Jahre ein neues Allzeithoch generieren. Künftig können sich die Märkte auch anders entwickeln. Die Chancen stehen jedoch tendenziell gut für langfristige Kursgewinne. In vielen Fällen lassen sich Verluste einfach aussitzen. Im Jahr 2000 erzielte der DAX ein Allzeithoch und fiel daraufhin um über 70 Prozent. Dieser Crash ging als Dotcom-Blase in die Geschichte ein. 2017 notierte der DAX über 50 % höher als damals.

Aus diesen Gründen sollten Sie den Einstieg in den Put mit Bedacht wählen.

Fazit

Mit einem Put setzen Sie auf fallende Kurse. So ein Investment sollte niemals spontan erfolgen. Definieren Sie immer eine klare Strategie. Hier bietet sich die Charttechnik als nützlicher Helfer an. Anstelle von Optionen können Sie ein Depot auch mit CFDs absichern.